Harsche Kritik am „Einfriedungs-Unwesen“ in Privatgärten

Zur letzten Agenda21-Sitzung im alten Rathaus konnte die für Bürgerbeteiligung zuständige Stadtratsreferentin Agnes Thanbichler neben vielen Anwesenden auch die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Rudholzer begrüßen. Neben einer Rückschau der Aktivitäten wurden die Aktionen für den Herbst dieses Jahres besprochen.

So waren die Vortragsveranstaltungen mit Professor Dr. Hartmut Graßl im Rottmayr-Gymnasium zur Klimaerwärmung mit Schülerinnen und Schülern als auch der zahlreich erschienen Öffentlichkeit ein voller Erfolg, wie Agnes Thanbichler betonte. Zudem wurde der Beitritt Laufens zur Ökomodellregion begrüßt. Dringend notwendig erschien den Anwesenden eine Bündelung der Arbeit aller Aktivitäten, die sich Regionalität und Nachhaltigkeit als Ziel gesetzt haben. So plant beispielsweise die Biosphärenregion Berchtesgadener Land, die im Landratsamt ihren Sitz hat, sogenannte „Drehscheiben“, in denen sich die beteiligten Kommunen mit besonderen Projekten präsentieren können. In Laufen seien hierfür das Projekt einer Schiffsmühle am Salzachufer und ein Informationspunkt in der Salzachhalle oder in der Nähe der Salzachhalle mit Blick auf die Salzachau angedacht, um die besondere Beziehung der Stadt zum Fluß darzustellen.

Dr. Josef Heringer berichtete, daß sich der Weltgarten auf dem Gelände des Kinderspielplatzes hinter dem Polizeigebäude, dank auch der städtischen Unterstützung, gut etabliert habe. Dr. Heringer legte Wert darauf, daß dieser Garten für alle, die Garteln und Muse haben wollen, offen stehe. Wichtig sei die gegenseitige Rücksichtnahme aller Beteiligten. Hintergrund der Gartenarbeit ist die „lustvolle Festigung einer Ernährungs-Souveränität“ auch in Laufen, welche vielen Menschen inzwischen leider abhandengekommen sei.

Harsche Kritik übten die Anwesenden an der derzeit zunehmenden „Verunstaltung“ vieler Privatgärten durch Plastik-, Metall-, Beton und Gabionen-Einfassungen. Obwohl die Bayerische Bauordnung außerhalb von Baugebieten zwei Meter hohe Einfassungen ohne Baugenehmigung zuläßt, sollten derartige Bauvorhaben durch Beratung und Kontrolle in siedlungsfreundlichere Bahnen gelenkt werden. Man kam überein, bei Gartenfachberater Markus Putzhammer zwecks einer Exkursion für „positive“ Beispiele für den Herbst dieses Jahres einen Termin anzufragen.

Positiv wurde die Gründung des Landschaftspflegeverbandes für das Berchtesgadener Land mit Sitz in Saaldorf aufgenommen. Landwirte hätten nun die Chance, wirtschaftlich wenig ertragreiche Flächen nach Vorgabe verschiedenster Förderprogramme für den Umweltschutz aufzuwerten.

Als nächste Veranstaltungen im Sinne der Agenda21 wurde auf eine Vortragsveranstaltung im Oberndorfer Leopold-Kohr-Saal am 22. September hingewiesen. Dr. Michael Breiski ist der Referent zur Aktualität der Ideen von Leopold Kohr. Für eine öffentliche Veranstaltung in Laufen ist der Generaldirektor des Deutschen Museums, Dr. Wolfgang Heckl, angefragt. In seinem Vortrag geht es um ein Erstarken einer „Reparatur-Kultur“, die die „Wegwerfgesellschaft“ dringend nötig habe. Am Freitagnachmittag, den 15. September, findet ein „Mobilitäts-Tag“ am Rottmayrplatz statt. Initiatorin ist Barbara Paiva.

Nachfolgende Fotografien: Nicht schön, aber außerhalb von Baugebieten bis zu 2 Meter Höhe genehmigungsfrei: Einfriedungen, die jedem gesunden ästhetischen Empfinden einer naturnahen und gesunden Siedlungsstruktur zuwiderlaufen.

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