Klappernde Mühle am rauschenden Fluss

Außen historisch und innen modern – Agenda diskutiert über Schiffsmühlen als Teil des Auenparks

Eine schilfgedeckte Schiffsmühle bei Mureck
Eine schilfgedeckte Schiffsmühle bei Mureck

Laufen. Das Mühlengassl in Laufens Altstadt trägt diesen Namen, weil es von der Hauptachse – der heutigen Rottmayrstraße – hinunterführte zu einer der Mühlen am Fluss. Wie auf alten Stichen zu sehen, waren ostseitig einstmals drei Schiffsmühlen in Betrieb, angetrieben vom Wasser der Salzach. Wenn es nach Laufens Agenda-21-Gruppe ginge und nach dem Konzept „Auenpark“ der beiden Planer Hannes Krauss und Harry Dobrzanski, dann könnte sich vielleicht bald wieder ein Mühlrad im Fluss drehen.

Acht Module enthält das Konzept „Auenpark“ der beiden Laufener Landschaftsarchitekten, das die Flussschleife vom Hierzegger Schlössl bis hin zum Fischer-Huber-Parkplatz umfasst. Es geht unter anderem um „Einsicht, Aussicht, Durchsicht“, wie es Dr. Sepp Heringer im Rottmayrsaal des Alten Rathauses formulierte und dabei anerkannte, dass hier schon einiges geschehen sei. Weitere Aspekte wären Erschließung, Zugänge, Orientierung und die Erlebbarkeit des Flusses. Auch die Schifffahrt auf der Salzach wäre ein Aspekt, und zu guter Letzt: Schiffsmühlen. Hannes Krauss wundert sich immer noch, dass gerade dieser Punkt bei Bürgermeister und Stadträten so große Begeisterung hervorgerufen habe.

„Die Mühle als Ur-Maschine der Menschheit“, schwärmte auch Sepp Heringer, der zusammen mit seiner Frau Irmgard und dem Ehepaar Böswald Schiffsmühlen an der Mur, in der Steiermark, Ungarn und Slowenien in Augenschein genommen hat. Als „agiles europäisches Dreieck“ durften die Vier diese Region erleben. Bei Mureck beispielsweise fanden sie eine historische, mit Schilf gedeckte, schwimmende Mühle, drumherum ein Naturpark, der inklusive Gastronomie mitsamt regionalen Produkten ein breites Angebot schaffe.

„Laufener Landweizen als Produkt zur Mühle“, könnte sich Heringer auch hier an der Salzach vorstellen; zudem liegt ihm viel am Erscheinungsbild seiner Heimat. „Nicht nur Mais und Industrie vor der Alpenkulisse“, warb er für andere „Identitäten“. Schiffsmühlen gibt es in Deutschland noch am Rhein und an der Weser, zum Teil ausgestattet mit kleinen Turbinen für die Stromerzeugung. „Außen historisch, innen modern“, erschiene auch Dr. Peter Loreth, dem Leiter der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, als interessante Kombination. „Eine Attraktion als Drehscheibe, um Leute anzulocken“, formulierte er seine Sicht.

Stichwort Drehscheiben: Ein solches Unesco-Drehscheiben-Programm wird im Frühjahr 2017 anlaufen; 70.000 Euro stehen Loreth dafür zur Verfügung. Im Rottmayrsaal dachte er laut darüber nach, dass die Stadt Laufen als Mitglied des Trägervereins Biosphäre doch gleichsam selbst als Auftraggeber agieren könne.

Mit 950.000 Euro für das gesamte Konzept Auenpark haben Hannes Krauss und Harry Dobrzanski kalkuliert – noch ohne eine Schiffsmühle. Mit enthalten aber ist eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Höhe von 10.700 Euro. „Wartung und Unterhalt ist in den Griff zu kriegen“, ist sich Heringer sicher. Ein Problem könnten rasch kommende Hochwasser sein. „Und ebenso das andere Extrem: chronisches Niedrigwasser“, wie Tourismusreferent Werner Eckl anmerkte, der unabhängig von erwartbaren Schwierigkeiten darin etwas ganz Besonderes erkennen mag, und im Auenpark ein touristisch zu verwertendes Gesamtkonzept sieht.

„Wir kriegen das hin“, ist Heringer überzeugt und schielt dabei auf vielfältige Fördertöpfe innerhalb der EU. Und auf holztechnische Ausbildungsstätten in der Region. Auch für Hannes Krauss ist „sonnenklar“, dass ein solches Projekt nicht aus der „Stadtkasse“ zu bezahlen sei.

Für Sepp Heringer ist dieser „kleine Blinddarm am Rande Bayerns“, wie er die Laufener Halbinsel beschreibt, etwas ganz Besonderes, und die Menschen hier würden „nicht die Letzten von gestern“ sein, sondern „die Ersten von morgen.“

Bericht von Hannes Höfer

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