Laufens Agenda-21 – der Schönheit, dem Klima verpflichtet

Gediegene Beheimatung, Freundlichkeit und Schönheit gehören zusammen und sind nicht nur private, sondern auch öffentliche Güter.
Gediegene Beheimatung, Freundlichkeit und Schönheit gehören zusammen und sind nicht nur private, sondern auch öffentliche Güter. Sollte das Malerfeld aus seinem Namen nicht eine besondere Verpflichtung zum „Malerischen“ ableiten? (Foto: Dr. Heringer)

Wer kümmert sich denn heute noch um die Schönheit der Stadt und des Siedlungsraumes? Die Stadt Laufen tut es und ließ einen dreiteiligen Gestaltungsleitfaden erarbeiten, der sich mit „Beschriftungen und Werbeanlagen“, „Bauen und Sanieren“ und „Privaten Gärten und Freiflächen“ befasst. Die Hefte sind sehr gut gelungen und können in der Bauabteilung der Stadt Laufen eingesehen und abgeholt werden. Die Stadt stellt sogar Fördermittel zur Verfügung um einen Anreiz für gute Gestaltungsmaßnahmen zu schaffen. Sinn und Zweck des Leitfadens ist der „Erhalt des gewachsenen historischen Stadtbildes der Altstadt und Förderung seiner unverwechselbaren Eigenart“. Des Weiteren geht es um die „Bewahrung und Steigerung der Attraktivität für Bewohner und Besucher“ sowie um die „Stärkung der wirtschaftlichen Anziehungskraft“. Soweit die Vorgaben. Es liegt am Bürger daraus etwas zu machen und auf geeignete Weise mitzugestalten. Die Agenda-21 als Bürgerinitiative griff bei ihrer letzten Sitzung dieses Thema auf. Dazu passend kam der Salzach-Auenpark mit seinem Schiffsmühlen-Projekt, eine angemessene Aufwertung der Rottmayr-Strasse  und das Problem sachgemäßer Zaun- und Einfriedungs-Kultur in die Diskussion. Gerade letztere hat sich neuerdings zu einer ernsthaften Frage der Siedlungs-Grünordnung entwickelt. Das Bedürfnis nach Sichtschutz-, Lärmabwehr, Arbeitserleichterung äußert sich zunehmend in überhohen Hecken, Plastik- und Metallgitterwänden, Ummauerungen. Dies belaste das Siedlungsbild, die einsehbare Schönheit der Gärten würde übermäßig ausgesperrt und verhindere zudem die Gartenpassierbarkeit für die letzten Kleintiere wie Igel und Amphibien. Ein „gewisser“ Blick über den Zaun fördere indessen die Freundlichkeit und den Beziehungsreichtum einer Siedlung, die die reine „Garten-Privatheit“ zu überhöhen versteht und auch die öffentliche Sicherheit zu heben vermag. An die Bürger und Gartenbesitzer erging deshalb die Bitte vermehrt die „äußere“ Gartenschönheit zu bedenken und sich nicht übermäßig mit technischen Mitteln einzufrieden. Gerade im Frühjahr ist es ein Teil der Lebensfreude über blühende Hecken hinweg den Blick aufs Ganze der Schönheit, auch jener der bebauten Kulturlandschaft schweifen lassen zu können. Überdies fördere - statt Thujen-Heckenbepflanzung - ein guter Anteil von heimischen Wildsträuchern die singende Vogelwelt. An die Stadt Laufen erging die Bitte sich vermehrt durch Grünordnungspläne, Ortssatzungs-Kontrolle und Beratung sich dieses Aufgabenfeldes anzunehmen.

Das Themenfeld „Rottmayrstrasse“ beschäftigt die Agenda-21 schon seit Jahren. Wenn schon sich die Grundsanierung und Aufwertung der „Alten Post“ wie des „Schifferwirtes“ schier endlos hinzieht, so sollte wenigstens das Äußere dieser Gebäude zumindest aus Verkehrssicherungspflicht-Gründen  vor einer weiteren Verwahrlosung bewahrt werden. Hier bröckelt nicht nur die Fassade des bedeutendsten Straßenzuges, sondern buchstäblich auch das Ansehen der Stadt. Es wurde überdies die Bitte geäußert, nach Maßgabe der weitreichenden Möglichkeiten des Städtebauförderungs-Gesetzes – die gesamte Rottmayrstrasse liegt im festgesetzten Altstadtsanierungsgebiet – eine Renaissance dieses stadtprägenden Straßenzuges in die Wege zu leiten und die Möglichkeiten des Gesetzes auszuschöpfen und Sanierungs- und Genehmigungshindernisse auszuräumen .

Abschließend bearbeitete die Agenda noch die Werbestrategie für einen besonderen Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Graßl. Er ist ein international renommierter Klimaforscher, der sich seiner alten Heimat, dem Berchtesgadener Land noch immer sehr verbunden fühlt und konnte für einen Vortrag zum Thema „Klima im Berchtesgadener Land – nicht nur viel wärmer auch nässer?“ gewonnen werden.  Die Veranstalter sind neben der Agenda-21 der Deutsche Alpenverein, die Biosphärenregion BGL, die Ökomodellregion, das Rottmayr-Gymnasium, die Solidargemeinschaft BGL., der Bund Naturschutz , die Fairtrade-Städte Laufen-Oberndorf. Die Veranstaltung findet im großen Saal des Laufener Rottmayr-Gymnasium am Donnerstag, den 23. März 2017 um 19.30 Uhr statt.

Werbung kann schön oder weniger schön sein. Sie ist auch Verpflichtung,  die eigene Präsentation mit dem Ansehen der Stadt zu verbinden ist guter Bürgerdienst.
Werbung kann schön oder weniger schön sein. Sie ist auch Verpflichtung, die eigene Präsentation mit dem Ansehen der Stadt zu verbinden ist guter Bürgerdienst. (Foto: Dr. Heringer)

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