Schritt für Schritt zur "Fairen Stadt"

Nach Stadtratsbeschluss organisiert sich lokale Steuerungsgruppe

Das evangelische Pfarrbüro zeigt es schon vor der Eingangstüre: Hier wird fair gehandelter Kaffee getrunken. Foto: Hannes Höfer
Das evangelische Pfarrbüro zeigt es schon vor der Eingangstüre: Hier wird fair gehandelter Kaffee getrunken. Foto: Hannes Höfer

Mehr als tausend Fairtrade-Städte gibt es inzwischen weltweit. Seit 2009 können sich auch Städte, Gemeinden und Kreise in Deutschland dem fairen Handel verpflichten. Um die offizielle Anerkennung als Fairtrade-Stadt zu erhalten, bedarf es freilich einiger Voraussetzungen. Den ersten Schritt dazu hat Laufens Stadtrat bereits gemacht. Einstimmig sprach er sich in seiner Sitzung vom 31. Juli für eine solche Bewerbung aus.

Koordinieren und vorantreiben soll das Ganze eine lokale Steuerungsgruppe. Die traf sich nun – urlaubsbedingt noch nicht vollzählig – erstmals im Klostergarten. Vorreiter in Sachen fairer Handel ist in Laufen der Verein Weltladen, von ihm stammt die Initiative für diese Bewerbung. Bei dessen Mitarbeiterin Roswitha Marter laufen daher auch die Fäden zusammen. Mit dabei als Vertreterin der lokalen Agenda-21-Gruppe ist Stadträtin Agnes Thanbichler, Verantwortlicher in der Stadtverwaltung ist Dirk Reichenau.

Die Aktiven waren bisher nicht untätig, denn es gilt in den Einzelhandelsgeschäften am Ort und in der Gastronomie für das Projekt zu werben. Das geforderte Soll hat man dabei längst erfüllt. Für eine Stadt der Größe Laufens müssen drei Geschäfte und zwei Gaststätten oder Cafés sich verpflichten, mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anzubieten. „Aber wir wollen natürlich alle ansprechen“, betonte Weltladen-Vorsitzende Irmhild Brysch, „jeder soll zumindest davon gehört haben.“ Und die bisherigen Erfahrungen seien äußerst positiv, berichtete Roswitha Marter: „Da war noch keiner, der sagte, das interessiert mich nicht.“

Auch Agnes Thanbichler plädierte dafür, „ es in die Breite zu bringen“. - „Positive Globalisierung“ nennt sie das Vorhaben, faire und gerechte Preise an Produzenten und Bauern zu zahlen. Vor allem: „Das braucht keine Nische zu bleiben.“

In einem nächsten Schritt will man Schulen, Behörden, öffentliche Einrichtungen und Vereine gewinnen. Bei den beiden Kirchen rennen die Aktiven ohnehin offene Türen ein. Mit ins Boot holen will man auch den Gewerbeverein Laufen Aktiv.

Gymnasiums-Direktor Dr. Alfred Kotter hat bereits angekündigt, das Thema fairer Lohn und faire Preise in den fünften Klassen im Rahmen des Erdkunde- und Religionsunterrichts einfließen zu lassen. Bei den Initiativen in Sachen Schule wird man sich die Unterstützung des Laufener Umwelt- und Erlebnispädagogen Peter Kaubisch sichern. Infostände bei den beiden Edeka-Geschäften sind bereits fest geplant, ebenso die Teilnahme am „Bauerhirist“ des Trachtenvereins. Und auch die Stadt könnte bei Ehrungen und Jubilaren einen Geschenkkorb voller fair gehandelter Produkte überreichen anstatt der rasch vergänglichen Blumen, regte Angelika Schuster an, 2. Vorsitzende des Weltladens. „Denn die Stadt hat Gewicht“, bekräftigte ebenso Irmhild Brysch, „sie kann zeigen: Wir wollen das.“

Mit der Gründung der Steuerungsgruppe, die schließlich aus rund zehn Mitgliedern bestehen wird, kann sich Laufen als Bewerber für den Titel „Fairtrade-Stadt“ registrieren lassen. Sind alle Bedingungen erfüllt, gilt es ein dreiseitiges Bewerbungsformular an den Verein TransFair einzureichen. Der überprüft, ob die Voraussetzungen gegeben sind. Wenn es dann soweit ist, Laufen offiziell zur Fairtrade-Stadt wird, dann wollen die Verantwortlichen ein großes Fest feiern. Denn auch das gehört dazu: die Idee einer fairen und gerechteren Welt nach außen zutragen.

Bericht und Fotos: Hannes Höfer

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